
BayWIPro
EIP-Agri
Bayerisches Innovationsvorhaben für die Nutzung von Wiesen zur Insekten-Proteinproduktion (Umsetzung)
Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri)
Die Europäische Innovationspartnerschaft für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri) ist ein neues Förderinstrument der EU mit dem Ziel, Innovationen im Agrarsektor zu stärken. Damit werden praxis- und zukunftsorientierte Projekte unterstützt, die die Land- und Ernährungswirtschaft produktiver und gleichzeitig nachhaltiger, also ressourcenschonender gestalten.
Das Projekt BayWIPro hat eine Laufzeit von 36 Monaten und soll zeigen, wie die Larven der Schwarzen Soldatenfliege nachhaltig und bedarfsgerecht mit Grassilage gefüttert werden können. Die Umsetzung wird durch die Europäische Union und den Freistaat Bayern finanziell unterstützt.

Projektziel und Ergebnisse
Wir wollen zeigen, wie die Larven der Schwarzen Soldatenfliege nachhaltig und bedarfsgerecht mit Grassilage gefüttert werden können. Ziel ist es die gesamte Prozesskette von der Wiese über die Ernte bis zum Mastprozess zu entwickeln. Die Umsetzung sämtlicher Schritte von der Aufbereitung des Grases bis zur fertigen Futterrezeptur soll dabei optimale Mastergebnisse sicherstellen.
Der Rückgang der Rinderhaltung stellt die Landwirtschaft vor neue Fragestellungen.
Wie kann Grünland weiterhin sinnvoll genutzt werden?
Hohe Sojaimporte zeigen, dass die Produktion von proteinreichen Futtermitteln regional notwendig ist. Bisher ist dies aber nur auf Ackerflächen möglich. Die Lösung, um hierfür auch Grünland zu nutzen, kann die Mast der Larven der Schwarzen Soldatenfliege sein, da sie auch sehr faserreiche Ausgangsstoffe in Protein umwandeln kann.
Betrachtung der gesamten Prozesstechnik
Wir von der Agritech Solutions GmbH möchten als erster Betrieb in Deutschland zeigen, wie Insektenzucht auch mit Grassilage funktioniert. In unserem Innovationszentrum werden im Pilotprojekt verschiedene Fütterungsversuche durchgeführt, die aufzeigen, auf welche Faktoren geachtet werden muss.
EU-Schwerpunkte
Welchen Beitrag leistet das Projekt zu den thematischen EU-Schwerpunkten?
1 - Klimaschutz
Das Konzept bietet eine regionale Erzeugungsmöglichkeit für alternative Proteine, um den Import von Fisch- und Sojamehl zu reduzieren, der mit hohen Umweltbelastungen verbunden ist.
2 - Ressourcenschutz und -effizienz
Wird die Larve z. B. im Bereich Heimtierfutter eingesetzt, kann sie hochwertiges Rind als Futterzusatz substituieren. Wenn die Larve mit Grünland gefüttert wird, kann man einen direkten Vergleich der Futterverwertung von Insekt und Rind ziehen. Hierbei ist die Futterumwandlungsrate deutlich effizienter, der CO2-Ausstoß niedriger und der Verbrauch von Wasser um ein Vielfaches geringer.
3 - Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
Die Wettbewerbsfähigkeit von Grünlandbetrieben kann durch Diversifikationsmöglichkeiten bei der eigenen Ausrichtung bzw. durch eine Marktverbesserung durch neue Absatzkanäle gesteigert werden.